Samstag, 27. Mai 2006

Daheim

Daheim
Der Alltag holt ein.
Bewahrt die Erinnerung;
Hoffnung, sie baut auf.

Einzelne Szenen
verankern sich im Gehirn
wie Albums Bilder.

Verletzungen gibt’s,
Tote, was Kreuze zeigen,
niemand schreckt das ab.

Nicht nur das Foto
bannt die Momentaufnahme.
Der Geist speichert mehr.

Was wär’ das Leben
ohne die Erinnerung.
Der Weg gibt Hilfen.
Nachbetrachtungen

Meinen Geist setze der Weg in Bewegung in Form von Gedichten, in Form von Gedanken, die mir bei der Erläuterung von ihnen kamen. Sicherlich treffe ich mit letzteren nicht den Geschmack des eine und anderen. Ich schrieb, wie ich bin, den Humor nicht vergessend, mit dem Schalk im Nacken. So freue ich mich auf die Fortsetzung meiner Reise nach Santiago de Compostela. Sie soll Ende September 2006 stattfinden, da möchte ich wieder eine kleine Strecke weiterlaufen. Vielleicht werde ich später, nach der Ankunft der letzten Jahres-Etappe, die Strecke am Stück noch mal gehen. Mit 7o will ich in Rente. Dann hätte ich Zeit. Wer geht dann mit, Notarzt und Krankenschwester?


Ich kann’s verstehen
wenn man den Weg mehrmals macht
nirgendwo gibt’s mehr.

Gemeinsamkeit schweißt,
Erfahrungen verbinden -
wie Dreck und Schönheit.

Strapaze gibt Kraft
oder ist’s die Linie,
die sie dupliziert?

Das Bild des Malers -
mit dem kleinsten Pinselstrich,
es entwickelt sich.

Auch unser Leben
besteht aus Bergen, Tälern,
vorgegeben ’s Ziel.

Wir wünschen uns Glück,
hektisch jagen wir ihm nach,
überseh’n Blumen.

Der Weg hinterlässt
als tiefe Erinnerung -
in Dir den Frieden.

Der Weg, hell strahlt er,
ihn halten Berge nicht auf -
verstecktes zeigt sich.

Der Weg zeigt uns auf
welchen wir gehen sollen -
Steine leiten uns.

Der Weg zeigt Landschaft,
die sich dauernd verändert -
Bewegung bewegt.

Der Weg – kein Ausflug -
er ist Einkehr zu sich selbst -
tiefe Versenkung.

Der Weg, Anspannung,
fordert das Letzte von uns -
kein Berg ist zu hoch.

Der Weg schaltet ab.
Im Gleichklang Körper und Geist -
weit rückt das Daheim.

Der Weg holt’s Denken
aus dem Alltag-Labyrinth -
man sieht die Blume.

Der Weg fokussiert
auf das, was man nicht mehr sah -
des Kindes Lächeln.

Der Weg befördert
zurück in die Einfachheit -
man baut Steinmännchen.

Der Weg verbindet
den Menschen mit der Natur -
wie sie lebt und fühlt.

Der Weg konzentriert
Gedanken hin zur Urform -
zu dem, der sie gab.

Der Weg ist das Ziel -
jeder hat sein eigenes -
sein Kraftfeld baut auf.

Der Weg ist Quelle
lädt jede Batterie auf -
wie ein Jungbrunnen.

Der Weg ist perfekt,
Wanderer sind wild auf ihn -
auf ihre Weise.

Der Weg, die Hitze,
sie schlaucht und macht doch noch stark -
wie der Liebe Pfad.

Der Weg ist magisch
wie auch mancher Leut’s Hände -
innen drin brodelts.

EN. 01.09.2006
(Fortsetzung folgt)
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Der Papst in Bayern

wurde mit Grüß Gott begrüßt,

sichtbar seine Spur.

Tief die christlichen Wurzeln,

auch die des Jakobsweges.

Sichtbar die Muschel

im Wappen des Vatikans,

der Bär trägt die Last,

Geduldig und demütig,

Pilger gehn gesenkten Haupts.

Die Sonne erhellt

sichtbar auch dunkle Wege.

Gleich vor ihr jeder.

Leg Herz in deine Schritte

und Liebe in dein Handeln.

Der heutige Besuch Benedikt XVI. in München war für mich sichtbarer Anlass

zu einer Gedichts-Verknüpfung zum Camino. So taucht wieder (zufällig?)

der hl. Vater in diesen Ausführungen auf.

EN., 9.9.6

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